Interview mit Dr. Sascha Weber


Interview entnommen aus:

 

vorwärts Wald-Michelbach

Ortsvereinszeitung der SPD Wald-Michelbach

vorwärts: In den letzten Monaten sind im Zusammenhang mit der Bürgermeisterwahl in Wald-Michelbach viele Ideen zur Diskussion gestellt worden. Dabei konnten Sie Ihre Auffassungen, Konzepte und Pläne zu den Themen darstellen und mit vielen Menschen sprechen. Welches waren aus Ihrer Sicht die wichtigsten Wünsche der Wald-Michelbacher Bürgerinnen und Bürger?

 

Weber: Viele Bürgerinnen und Bürger machen sich Sorgen um die Sicherung unserer Gesundheitsversorgung. Dazu kommen der Wunsch nach einem Drogeriemarkt und weiteren Einkaufsmöglichkeiten vor Ort. Gerade in den letzten Wochen wurde immer häufiger der Wunsch nach der Einführung von wiederkehrenden Straßenbeiträgen geäußert.

 

vorwärts: Wenn Sie Bürgermeister werden sollten, dann werden Sie Vorgesetzter rund 100 Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigten im Wald-Michelbacher Rathaus. Das entspricht einem mittelständischen Unternehmen. Welche Qualifikationen für die Führung einer so großen Belegschaft bringen Sie mit und wie stellen sie sich den Umgang mit dieser Belegschaft vor?

 

Weber: Ich verfüge über eine akademische Ausbildung, die mich für Führungsaufgaben qualifiziert. Als Wissenschaftler im öffentlichen Dienst habe ich an zahlreichen Fort- und Weiterbildungen teilgenommen, mit denen ich auf die Übernahme einer Dienststellenleitung vorbereitet wurde. Im Umgang mit der Belegschaft ist es mir wichtig, die Mitarbeiter zu fördern und zu motivieren. Dazu gehört auch der Belegschaft Entwicklungsmöglichkeiten und Entscheidungsspielraum zu bieten.

 

vorwärts: Wie wollen Sie das Klima in der Gemeindevertretung wieder verbessern?

 

Weber: Als Bürgermeister für alle bin ich bereit, mit allen Fraktionen und Gemeindevertretern konstruktiv zusammenzuarbeiten und Konflikte zu lösen, um sachliche Politik zum Besten von Wald-Michelbach umsetzen zu können. Dabei kommen mir unter anderem meine berufliche Erfahrung aus internationalen und interdisziplinären Kooperationen sowie meine Fortbildungen im Bereich Konfliktmanagement zugute.

 

vorwärts: Der demografische Wandel stellt auch Wald-Michelbach vor Herausforderungen. Welche Vorbereitungen für das Jahr 2030 wollen Sie als Bürgermeister treffen, um für die dann hohe Zahl älterer Menschen in Wald-Michelbach gerüstet zu sein.

 

Weber: Oberste Priorität hat in Zusammenarbeit mit Ärzten, Apotheken, Pflegeeinrichtungen und Altersheimen die Sicherung der Gesundheitsversorgung. Daneben müssen wir dringend Angebote für betreutes Wohnen schaffen. Zentral ist die Frage der Mobilität innerhalb der Gemeinde. Hier müssen wir mit einem verbesserten Taxi-Angebot und der Umsetzung des Flexibus-Konzeptes ein selbstbestimmtes Leben im Alter ermöglichen.

 

vorwärts: Planen Sie Änderungen bei der Wirtschaftsförderung der Gemeinde Wald-Michelbach?

 

Weber: Die Wirtschaftsförderung in Wald-Michelbach ist mit der IGENA und der ZKÜ auf einem guten Weg. Ich will die bisherigen Entwicklungen fortsetzen und weiter intensivieren. Bei der Vergabe kommunaler Aufträge ist es mir künftig wichtig, dass eindeutige und transparente Kriterien festgelegt werden, um gute Arbeit, die Einhaltung von Umweltstandards und die Förderung von Betrieben in der Region zu gewährleisten.

 

vorwärts: Es gibt in Wald-Michelbach mehrere Beispiele, etwa Flüchtigen-Hilfe, Kleiderstube, die zeigen, dass man auch mit Eigeninitiative etwas gut gestalten kann. Wie wollen Sie das Know-how der Bürger nutzen, um mit den Bürgern nachhaltige Projekte für die Gemeinde zu verwirklichen.

 

Weber: Ich will Verbesserungen in den Ortsteilen anstoßen, indem ich den Ortsbeiräten ein frei einsetzbares Budget einrichte. Grundsätzlich bin ich allen Ideen von Bürgern gegenüber offen, nachhaltige Projekte zu verwirklichen und biete meine Unterstützung an. Ich sehe meine Aufgabe aber auch darin, Menschen zusammenzubringen, um mit ihrem unterschiedlichen Know-how Synergieeffekte zu erzeugen.

 

vorwärts: Wald-Michelbach liegt am Rande einer Metropolregion und bietet Naherholung für viele Besucher. Werden in Wald-Michelbach die richtigen Konzepte für Naherholungssuchende verfolgt? Sehen Sie weitere mögliche Maßnahmen zur Förderung der touristischen Bedeutung Wald-Michelbachs?

 

Weber: Wald-Michelbach und der Überwald haben ein enormes touristisches Potenzial, das zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor werden kann. Hier gibt es für die Gemeinde viele Möglichkeiten mit günstigen Maßnahmen große Effekte zu erzielen. In Kooperation mit den Nachbargemeinden und Nachbarkreisen müssen wir zudem in den nächsten Jahren gezielt an einer besseren Vermarktung der Marke „Odenwald“ arbeiten.

 

vorwärts: In Wald-Michelbach haben sich Bürgerinitiativen gegen die Aufstellung von Windrädern gebildet. Wie wollen Sie in Zukunft mit Bürgerinitiativen umgehen bzw. zusammenarbeiten?

 

Weber: Bei großen Projekten müssen die Bürger viel früher und transparenter als bisher am Entscheidungsprozess beteiligt werden. Ich stehe für einen offenen Umgang und für Kommunikationsbereitschaft auch mit kritischen Stimmen und werde mit den Bürgerinitiativen gemeinsam gegen den weiteren Bau von Windkraftanlagen im gesamten Odenwald kämpfen.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0