Rückblick auf die ersten Bürgergespräche

In den vergangenen Wochen hatte der SPD-Bürgermeisterkandidat Dr. Sascha Weber zu seinen ersten Bürgergesprächen in Wald-Michelbach, Kreidach und Hartenrod geladen. Dabei war es ihm wichtig, mit den erschienenen Bürgern ins direkte Gespräch zu kommen. So stellte er zu Beginn seine Person und seine grundlegenden Ziele nur kurz vor der großen Runde vor und ging im Anschluss zu den einzelnen Tischen, um den Anwesenden die Möglichkeit zu geben, ihre Wünsche und Anregungen für die künftige Gestaltung von Wald-Michelbach mit einzubringen. Weber erklärte dabei seine persönliche Motivation für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren: „Ich will für die Menschen im Überwald politisch kämpfen. Für Menschen die ich kenne, zu denen ich gehöre, die ich verstehe und mit denen ich verbunden bin.“

 

 

Weber bezeichnete eine deutlich verbesserte und gleichwertige Anbindung an die beiden Metropolregionen Rhein-Neckar und Rhein-Main als „Grundvoraussetzung dafür, unsere jungen Menschen hier zu halten und junge Familien aus der Stadt hinzugewinnen zu können“. Sowohl für Straße als auch Schiene gelte: „Der Überwald darf nicht weiter abgehängt bleiben!“. Dieser Punkt wurde in den Bürgergesprächen besonders häufig aufgegriffen. In der Kerngemeinde etwa wurde die schlechte Anbindung an die Kreisstadt beklagt. Gerade für ältere Mitbürger sei eine gute Busanbindung an die Krankenhäuser in Heppenheim wie in Erbach wünschenswert. Das gleiche gelte auch für den Facharztbesuch in Heppenheim oder Bensheim. Während man in Weinheim wegen der Überfüllung lange Wartezeiten in Kauf nehmen müsse, sei man für den Facharztbesuch in Heppenheim oder Bensheim auf das Auto angewiesen. In Kreidach dagegen bemängelte man das allgemein schlechte Busangebot, das sich unter anderem darin zeige, dass Kreidach abends überhaupt nicht mehr angefahren werde und man auf der Kreidacher Höhe aussteigen müsse. Weber versprach, sich für ein besseres Linienbusangebot einzusetzen und plädierte für die Einführung eines Flexibus-Systems, um auch innerhalb der Gemeinde die Mobilität der Bürger zu verbessern.

 

Im Verkehrswesen leide insbesondere Kreidach aber auch an den zahlreichen Schwerlast Lkws, die Richtung Aschaffenburg Kreidach durchfahren, um damit die Maut zu umgehen. Bei einer Verkehrszählung seien allein an einem Tag 60 Lkws gezählt worden. Weber will mit den Landes- und Bundespolitikern diskutieren, was gegen die Mautumgehung und die Folgen für Kreidach und die Gemeinde unternommen werden kann. Im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr wurde bei allen drei Terminen von Bürgern auch die Frage aufgeworfen, weshalb Wald-Michelbach in der Region die einzige Gemeinde sei, die nicht mit festinstallierten Radarfallen gegen Raser vorgehe. Hier sollte man die Erfahrungen der Nachbargemeinden erfragen, um die Vor- und Nachteile für Wald-Michelbach abzuwägen, so Weber.

 

Auf die Frage, wie er zur finanziellen Unterstützung der Vereine stehe, antwortete Weber, dass er froh sei, dass in Wald-Michelbach parteiübergreifend Einigkeit darüber herrsche, die Vereine angemessen zu unterstützen. „Sie spielen eine große Rolle für das kulturelle Leben in der Gemeinde und sind in den Ortsteilen unverzichtbar für den Zusammenhalt und die Erhaltung des Dorflebens.“

 

In der Kommunikation zwischen Bürgermeister und Ortsbeiräten wurde angemahnt, dass dieser zwar einmal im Jahr zu Besuch beim Ortsbeirat sei und sich die Probleme vor Ort anhöre, sich dann aber über Monate nichts tue. Auch in der Verwaltung komme man oft nicht weiter: „Muss denn alles über den Tisch vom Chef – jede noch so kleine Angelegenheit des Ortsbeirates?“, so ein Kreidacher Bürger. Weber erklärte dazu, dass er die Anliegen der Ortsbeiräte ernst nähme. Diese wären für die Bürger oft die ersten Ansprechpartner bei ihren Problemen und Anliegen. Für ihre ehrenamtliche Arbeit verdienten sie die volle und zeitnahe Unterstützung von Bürgermeister und Verwaltung.

 

Beim Dauerbrenner Brunnenwiese in Hartenrod zeigte sich Weber zuversichtlich: „Ein neuer Bürgermeister ist auch immer ein Neuanfang. Ich bin sicher, dass in einer neuen Konstellation und mit dem guten Willen aller Beteiligten eine Lösung gefunden werden kann.“

 

Ein weiteres Thema war die Personalentwicklung und Personalführung in der Gemeindeverwaltung. Besonders kritisiert wurden hier der Verlust qualifizierter Mitarbeiter an andere Stellen sowie die geringe Entscheidungsgewalt der Mitarbeiter. „Im Rathaus muss an höchster Stelle jeder Grashalm besprochen werden. Wollen Sie das ändern?“, so ein besorgter Bürger. Weber bejahte dies und wies darauf hin, dass eine Reihe junger Mitarbeiter in der Gemeindeverwaltung gebe und innerhalb der nächsten Jahre in der Leitungsebene ein Generationenwechsel anstehe. Er sehe beste Voraussetzungen, um mit der richtigen Förderung und Personalplanung die Verwaltung langfristig gut aufzustellen. Neben einer angemessenen Bezahlung sei es auch wichtig, durch mehr Eigenverantwortung und Gestaltungsraum den Verwaltungsangestellten ein attraktives und motivierendes Arbeitsumfeld zu bieten.

 

Angesprochen auf seine Funktion als Parteivorsitzender der SPD und die Auseinandersetzungen und Gräben, die sich in den letzten Jahren in der Gemeindevertretung aufgetan haben, betonte Weber, dass er ein Bürgermeister für alle sein wolle und bereit sei, mit allen Fraktionen konstruktiv zusammenzuarbeiten. Entscheidungen in der Gemeinde sollten nicht parteipolitisch getroffen werden, sondern sachlich im Sinne des Allgemeinwohls und zum gemeinen Nutzen der Kommune. Weber sieht es als eine wichtige Aufgabe des neuen Bürgermeisters an, die Wunden in der Gemeindevertretung zu heilen, um wieder gemeinsam zum Besten von Wald-Michelbach zu handeln.

 

Der Sozialdemokrat zeigte sich fest davon überzeugt, dass sich viele finanzielle Probleme wie der kommunale Finanzausgleich, die Kreis- und Schulumlage oder die für die Finanzausstattung kaum zu unterschätzende Aufwertung zum Mittelzentrum nur mit einem starken und gut vernetzten Bürgermeister aus einer der beiden großen Parteien lösen lasse. Dieser müsse über den Tellerrand blicken und sich auf Kreis- und Landesebene nachdrücklich für Wald-Michelbach einsetzen können. Weber machte kämpferisch deutlich, dass dies statt reiner Verwaltungsarbeit eine besondere Führungsverantwortung bedeute: „Die meisten Politiker verwalten die Welt nur noch; ich will die Gemeinde mit den Bürgern gemeinsam gestalten“.

 

Im Januar und Februar 2017 wird Weber zu weiteren Bürgergesprächen in den Ortsteilen Affolterbach, Aschbach, Gadern, Kocherbach, Ober-Schönmattenwag, Siedelsbrunn und Unter-Schönmattenwag einladen.

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