Weber: "Ohne Denkverbote Ideen für die Zukunft unserer Heimat sammeln"


Bürgermeisterwahl: Erstes Bürgergespräch von Dr. Sascha Weber in Wald-Michelbach

 

Am vergangenen Donnerstag, den 17. November hatte der SPD-Bürgermeisterkandidat Dr. Sascha Weber zum ersten Bürgergespräch in Wald-Michelbach geladen. Dabei war es ihm wichtig, mit den erschienenen Bürgern ins direkte Gespräch zu kommen. So stellte er zu Beginn seine Person und seine grundlegenden Ziele nur kurz vor der großen Runde vor und ging im Anschluss zu den einzelnen Tischen, um den Anwesenden die Möglichkeit zu geben, ihre Wünsche und Anregungen für die künftige Gestaltung von Wald-Michelbach mit einzubringen. „Wichtig ist mir, dass es keine Denkverbote gibt, sondern dass wir gemeinsam Ideen für die Zukunft unserer Heimat sammeln“. Inwieweit diese Ideen umsetzbar seien, sei später seine Aufgabe bei der Konkretisierung seines Wahlprogrammes sowie in seiner Arbeit als Bürgermeister – immer im Dialog mit den Bürgern.

 

Weber erklärte seine persönliche Motivation für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren: „Ich will für die Menschen im Überwald politisch kämpfen. Für Menschen die ich kenne, zu denen ich gehöre, die ich verstehe und mit denen ich verbunden bin.“ Beruflich habe er genug von der Welt gesehen, um zu wissen, welches Potential Wald-Michelbach biete und vor welchen Herausforderungen es stehe. „Der Überwald und seine Bewohner bedeuten mir so viel, dass ich bereit bin, alles zu geben, um dieses Potential zu nutzen und die Herausforderungen zu bewältigen“.


Um den Menschen in Wald-Michelbach auch in Zukunft ein hohes Maß an Lebensqualität bieten zu können, sei eine funktionierende Infrastruktur, ein attraktives Bildungs- und Einkaufsangebot vor Ort sowie ein funktionierender Nahverkehr nötig. Doch um diese Infrastruktur aufrechterhalten und die Angebote verbessern zu können, müsste Wald-Michelbach seine Einwohnerzahlen mindestens halten. „Ich bin überzeugt davon, dass Wald-Michelbach viel zu bieten hat“, so Weber. Die Gemeinde habe ein gutes Betreuungsangebot, niedrige Kindergartengebühren, gut ausgestattete Schulen und – im Unterschied zu den Städten – Ruhe, gute Luft und Natur.


Das Wohnen in der Stadt werde immer teurer und angenehmer. Steuern und Abgaben lägen um ein Vielfaches über dem Niveau in Wald-Michelbach. Auch sei das Schulniveau drastisch am Sinken und für Kindergarten- oder Kita-Plätze müsse ein Vielfaches gezahlt werden. Während in den letzten Jahren immer von der „Landflucht“ die Rede gewesen sei, stellte Weber fest, dass aufgrund dieser schlechten Bedingungen in den Städten inzwischen bereits erste Ansätze einer Flucht aus den Städten zu beobachten sei. „Wald-Michelbach kann von dieser allgemeinen Entwicklung profitieren, wenn wir die richtigen Angebote machen“, betonte Weber nachdrücklich.


Weber bezeichnete eine deutlich verbesserte und gleichwertige Anbindung an die beiden Metropolregionen Rhein-Neckar und Rhein-Main als „Grundvoraussetzung dafür, unsere jungen Menschen hier zu halten und junge Familien aus der Stadt hinzugewinnen zu können“. Dazu gehöre endlich die zügige Umsetzung der Ortsumgehung Mörlenbach sowie ein attraktiveres ÖPNV-Angebot. Auch die Reaktivierung der Überwaldbahn mit einem richtigen und modernen Zugverkehr dürfe kein Tabu sein. Sowohl für Straße als auch Schiene gelte: „Der Überwald darf nicht weiter abgehängt bleiben!“.


Ein weiterer Schwerpunkt ist die medizinische Versorgung im Überwald. Selbst wenn eine Gemeinde nur wenig direkten Einfluss auf die Ärzteversorgung habe, so müsse sie ihre Möglichkeiten effektiv nutzen. „Wir müssen die strukturellen, auch wirtschaftlichen Grundbedingungen schaffen, damit ein medizinisches Versorgungszentrum für Hausärzte und am besten auch den ein oder anderen Facharzt attraktiv ist.“ Dazu gehört eine bessere interkommunale Zusammenarbeit der umliegenden Gemeinden und eine enge Zusammenarbeit aller Akteure im Gesundheitswesen in einem gemeinsamen Netzwerk.


Im Bereich der Wirtschaft seien mit der IGENA bereits gute Erfolge zu verzeichnen. „Trotzdem müssen wir unsere Bemühungen um eine Verbesserung des Nahwämekonzeptes und der Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort intensivieren“. Ähnliches gelte für die Zukunftsoffensive Überwald mit ihrem Geschäftsführer Sebastian Schröder, die beeindruckende Projekte auf die Beine gestellt habe. Diese Arbeit müsse weiter ausgebaut und gestärkt werden.


Auch in der Förderung des Tourismus sieht Weber große Potentiale. Doch die Gemeinde müsse ihre attraktiven Angebote noch besser vermarkten und an ihrer Außendarstellung arbeiten. Weber verwies auf die zunehmenden Krisen in vielen beliebten Reiseländern und verwies in diesem Zusammenhang auf einen schon länger in Deutschland zu beobachtenden Boom des regionalen Tourismus. „Ich bin mir sicher, dass wir unsere Region mit den richtigen Angeboten auch über den Tagestourismus hinaus stärken können“.


Der Sozialdemokrat zeigte sich fest davon überzeugt, dass sich viele finanzielle Probleme wie der kommunale Finanzausgleich, die Kreis- und Schulumlage oder die für die Finanzausstattung kaum zu unterschätzende Aufwertung zum Mittelzentrum nur mit einem starken und gut vernetzten Bürgermeister aus einer der beiden großen Parteien lösen lasse. Dieser müsse über den Tellerrand blicken und sich auf Kreis- und Landesebene nachdrücklich für Wald-Michelbach einsetzen können. Weber machte kämpferisch deutlich, dass dies statt reiner Verwaltungsarbeit eine besondere Führungsverantwortung bedeute: „Die meisten Politiker verwalten ihren Apparat nur noch; ich will die Gemeinde mit den Bürgern gemeinsam gestalten“.

Das nächste Bürgergespräch von Dr. Sascha Weber findet am Mittwoch, den 23. November im Ortsteil Kreidach statt. Beginn ist um 19:30 im Landgasthaus „Zum Odenwald“.

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